Zwei Läufer laufen im Gegenlicht der Sonne

Adidas sieht schwarz für Werbestrategien, die nur auf Digitalmarketing setzen. (Foto: Skeeze auf Pixabay)

Düstere Aussichten für Online only

Social Media, Influencer und Digitalmarketing waren die großen Schlagwörter der Werbebranche in den vergangenen Jahren. Doch so langsam scheint einigen Firmen klar zu werden, dass digitale Kanäle zwar einiges können, aber nicht alles sind. Eine Bombe zu diesem Thema hat Adidas vor Kurzem platzen lassen. Das Unternehmen gab öffentlich zu, sich beim Marketing gehörig vertan zu haben. Die Wirtschaftswoche zitiert den globalen Marketingdirektor Simon Peel, der bei einem Vortrag in London gesagt hat: „Wir haben zu viel in digitale Werbung investiert.“

 

Damit spielte Peel auf die Budgetstrategie seiner Firma an. Laut Wirtschaftswoche fließen 77 Prozent des Werbeetas von Adidas in digitales Performance-Marketing und nur etwa ein Viertel in die eigene Marke. Auf TV-Spots verzichtet das Unternehmen schon seit zwei Jahren. Die Fehlannahme, nicht nur bei Adidas: Jeder Euro, der ins Digitalmarketing gesteckt wird, sorgt automatisch für höhere Umsätze. Die Realität sieht aber meist anders aus. Bei einer genauen Auswertung sei laut Peel aufgefallen, dass zum Beispiel Investitionen in Google Adwords keinen sonderlichen Einfluss auf den Umsatz gehabt haben.

 

Natürlich sollte man nur wegen dieser Nachricht nicht in eine absolut gegenteilige Strategie verfallen. Auch Adidas wird auf digitales Marketing künftig nicht verzichten. Immerhin sind auf diesen Kanälen die jungen Kunden unterwegs und Smartphone und Co sind ständige Alltagsbegleiter der Menschen. Bei allem Digitaloptimismus sollte man aber auf keinen Fall die Werbewirksamkeit der klassischen Medien außer Acht lassen. Adidas will zum Beispiel wieder in TV- und Kinospots investieren und dafür die Online-Display-Werbung zurückfahren. So strebt die Firma einen Mix aus klassischen und modernen Medien an – ein Fingerzeig, an dem sich sicher auch weitere Unternehmen orientieren werden.